Klangsynthese
So funktioniert der Synthesizer von Draw.Audio: Wellenformen, ADSR-Hüllkurve, Suboszillator, Rauschen, Unisono, Drift und Wärme sowie 6-Operator-FM- und Wavetable-Modus.
- Wellenform
- Wählt den Grundklang: Sinus, Sägezahn, Dreieck, Rechteck oder Puls. Die Tasten 1 bis 5 wählen sie in dieser Reihenfolge. Im FM- und Wavetable-Modus ist die Auswahl abgeblendet.
- Notenlänge
- Legt die Länge der gezeichneten Noten fest: 1, 2, 3, 4, 6 oder 8 Schritte. Umschalt+1 bis Umschalt+8 setzt jede Länge von 1 bis 8 Schritten.
- ADSR-Hüllkurve
- Formt die Lautstärke jeder Note im Lauf der Zeit. Du findest sie im Hüllkurven-Tab des Oszillator-Panels. Attack: Einblendzeit Decay: Zeit vom Peak bis zum Sustain-Pegel Sustain: Pegel, der gehalten wird, solange die Note klingt Release: Ausblendzeit nach dem Notenende Ziehe die Punkte im Hüllkurvengraphen, um jede Stufe einzustellen, oder ziehe die Griffe auf den Attack- und Release-Segmenten, um ihre Kurven zu biegen. Die Preset-Formen (Pluck, Pad, Orgel, Glocke und weitere) setzen alle vier Stufen und beide Kurven auf einmal.
- Suboszillator
- Fügt einen zweiten, tieferen Ton unter dem Hauptklang hinzu. Pegel: Anteil des Subs im Mix Wellenform: Sinus, Sägezahn, Dreieck oder Rechteck Oktave: -1, -2 oder -3 Oktaven unter dem Hauptoszillator
- Rauschen
- Mischt dem Oszillator Rauschen bei. Pegel: Rauschanteil im Mix Typ: Weiß (flach), Rosa (-3dB/Okt), Braun (-6dB/Okt), Blau (+3dB/Okt)
- Unisono
- Stapelt verstimmte Kopien des Oszillators für einen satteren Klang. Stimmen: Anzahl der Kopien, 1 bis 8 (1 = aus) Verstimmung: Tonhöhenabstand zwischen den Kopien in Cent Spread: verteilt die Stimmen über das Stereofeld Welle: Wellenform der zusätzlichen Stimmen; Gemischt wählt für jede Stimme bei jeder Note eine zufällige Wellenform Phasenstreuung: versetzt die Startphase der Stimmen für einen breiteren, weicheren Stack Freie Phase: lässt die Oszillatorphase zwischen Noten weiterlaufen, sodass jeder Attack etwas anders klingt
- Drift
- Zufälliges, subtiles Tonhöhenwandern — wie die Instabilität analoger Oszillatoren. Wo der Pitch-LFO periodisches Vibrato liefert, ist Drift zufällig und wiederholt sich nie. Intensität: wie weit die Tonhöhe wandert, in Cent Rate: wie schnell sich das Wandern entwickelt
- Pulsbreite
- Stellt das Tastverhältnis der Puls-Wellenform ein, von 1 % bis 50 %. Bei 50 % ist sie eine Rechteckwelle; niedrigere Werte ergeben einen dünneren, näselnderen Klang. Der Regler erscheint nur, wenn Puls gewählt ist. Füge für klassische PWM-Sounds einen Pulsbreite-LFO hinzu.
- Wärme
- Subtile harmonische Sättigung auf dem rohen Oszillator, vor dem Filter. Fügt sanfte analoge Färbung ohne starke Verzerrung hinzu. Intensität: wie viel Sättigung Farbe: Position des Low-Shelf vor der Sättigung (0 = klassische 400 Hz, − senkt den Bass, + hebt die Höhen) Bias: asymmetrischer Clipping-Versatz (0 = symmetrisch, + fügt „Röhren“-Charakter hinzu, − kehrt um)
- Stereo Spread
- Verbreitert das Stereobild, indem jeder Stimme eine Schattenkopie hinzugefügt wird, die entgegengesetzt zur Hauptstimme gepannt ist. Breite legt fest, wie weit die beiden Kopien auseinanderliegen: 0 % lässt beide auf dem Pan der Stimme, 100 % legt sie hart nach links und rechts. Verstimmung legt fest, wie weit die Kopie gegenüber der Stimme verstimmt ist, in Cent: Bei 0 ist die Kopie eine saubere Dopplung wenige Millisekunden hinter der Stimme, höhere Werte erzeugen eine Schwebung. Verstimmung mit Breite auf 0 ergibt eine dichte Mono-Dopplung.
- FM-Modus
- Schaltet die Spur auf einen FM-Synth mit 6 Operatoren nach Vorbild des DX-7. Schalte den FM-Modus im FM-Tab des Oszillator-Panels ein. FM gibt es nicht auf Drum-Spuren. Jeder Operator ist ein Sinus-Oszillator (oder Sägezahn, Rechteck, Halbsinus, Betragssinus oder Rauschen) mit eigenem Verhältnis, eigener Hüllkurve, eigenem Pegel und Pan. Wähle einen von 32 Algorithmen, um festzulegen, wie die Operatoren als Träger und Modulatoren verbunden sind. Intensität: gesamte FM-Modulationstiefe Würfel: würfelt einen zufälligen FM-Patch: Algorithmus, Verhältnisse, Hüllkurven, Pegel und Feedback Algorithmus: der aktuelle Algorithmus und sein Diagramm; klicke auf Ändern, um einen anderen zu wählen MIX: Pegel, Pan und Feedback für jeden Operator; S und M schalten einen Operator solo oder stumm TONHÖHE: Verhältnis und Feinstimmung für jeden Operator, FEST koppelt einen Operator an eine Frequenz in Hz, dazu eine Patch-Transposition HÜLLKURVE: eine 4-stufige Rate-/Pegel-Hüllkurve für jeden Operator, plus eine optionale Tonhöhen-Hüllkurve MOD: Key Scaling, Velocity, Rate Key Scaling, AM-Empfindlichkeit und Wellenform für jeden Operator, plus Rausch-Routing LFO: ein LFO im DX-7-Stil für Vibrato und Tremolo, den alle Operatoren teilen Das Presets-Dropdown enthält FM-Patches und 256 klassische DX-7-Patches. Um eigene hinzuzufügen, klicke im DX-7-Bereich auf DX-7-Bank hochladen… oder ziehe eine .syx-Datei mit 32 Stimmen auf die Liste. Wie du hochgeladene Bänke umbenennst oder entfernst, steht unter Presets & Drum-Kits.
- Wavetable-Modus
- Schaltet die Spur auf einen Wavetable-Oszillator um: einen Stapel aus Einzelzyklus-Wellenformen (Frames), die du durchfährst, um einen sich ständig wandelnden Klang zu erzeugen. Schalte den Wavetable-Modus im Wavetable-Tab des Oszillator-Panels ein. Auf Drum-Spuren ist er nicht verfügbar. Filter, Unisono, Sub, Rauschen und Effekte wirken weiterhin. Wavetable: welche Tabelle abgetastet wird. Es gibt 13 integrierte Tabellen, etwa Analog-Morph, Formant-Vokal, PPG Digital und Vokalchor, dazu Tabellen in den Gruppen WaveEdit und FreeSound Position: wo in der Tabelle du dich befindest, vom ersten bis zum letzten Frame; fahre sie durch, um das Timbre zu morphen Morph-Hüllkurve: eine ADSR, die die Position bei jeder Note selbst bewegt, mit eigener Intensität und eigenen Attack-/Release-Kurven Warp: formt jeden Frame beim Auslesen um (Bend, Asym., Spiegeln oder Sync); Intensität legt fest, wie stark Würfel: wählt eine zufällige Tabelle, Position, Warp und Morph-Hüllkurve Position und Warp sind auch LFO-Ziele, sodass ein LFO das Morphing animieren kann.
Grundlagen der FM-Synthese
Statt einen einzelnen Oszillator zu filtern, verwendet FM sechs Oszillatoren („Operatoren“), die gegenseitig ihre Frequenz modulieren. Jeder Operator hat eigene Einstellungen für Verhältnis, Hüllkurve, Pegel, Wellenform und Pan.
- Algorithmus
- Der Algorithmus legt fest, welche Operatoren welche modulieren. Es gibt 32 Algorithmen, dieselben wie beim DX-7. Träger sind die Operatoren, die du hörst; Modulatoren verändern die Klangfarbe der Operatoren, die sie ansteuern. In jedem Diagramm sind Träger gefüllte Kästchen mit einer Linie zum Ausgang, Modulatoren sind Umrisse. Die MIX-Seite kennzeichnet jeden Operator mit CAR oder mod.
- Verhältnis
- Die Tonhöhe eines Operators relativ zur gespielten Note. Ganzzahlige Verhältnisse (1, 2, 3…) klingen harmonisch; gebrochene Verhältnisse klingen glockenartig oder metallisch.
- Feedback
- Ein Operator, der sich selbst moduliert. Jeder Algorithmus erlaubt Feedback nur bei einem Operator; bei den anderen ist der Regler abgeblendet. Geringe Werte machen einen Klang heller; hohe Werte klingen kratzig.
- Pan
- Stereoplatzierung pro Operator. Bei Algorithmen mit mehreren Trägern wird der Klang breiter, wenn du die Träger auseinanderpannst.
- Operator-Aktivität
- Während der Wiedergabe pulsieren die OP-Beschriftungen auf der MIX-Seite und zeigen, welche Operatoren gerade klingen.
- Tipp
- Der schnellste Weg, FM zu lernen: Drücke den Würfel-Button, bis du einen Klang findest, der dir gefällt, und schau dann, welchen Algorithmus er verwendet.